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Meine
Erinnerungen an die HFB. Waehrend meiner Dienstzeit im Stab des Flugabwehrraketenbataillons 26 (ORE-TEAM) habe ich ueber viele Jahre den Einsatz und den "Erfolg" der HFB beobachten und begleiten koennen. Bei der modifizierten Version der HFB wurde ich zur Erprobung "hinzugezogen". An den genauen Zeitpunkt dieser Erprobung, die unter Leitung des Luftflottenkommandos stattfand, erinnere ich mich nicht mehr. Ich denke es war Mitte der 80ger Jahre. Die technischen Daten dieser modifizierten Version der HFB folgen in einer Tabelle. Ich hatte schon als junger Bediener im Nike-System an Uebungen und Lehrgaengen teilgenommen bei denen elektronische Stoerungen zum Einsatz kamen. In den 60ger Jahren konnte ich jeweils vor den Jahresschiessen auf dem Raketenschiessplatz "McGregor Range" in New Mexico an einer EloKa-Ausbildung in Fort Bliss teilnehmen. Ich muss gestehen, dass ich kein "Freund" der T1-Ausbildung war, obwohl ich die Arbeit und den Einsatz meiner Kameraden an diesem Trainer sehr schaetzte. Die Gruende moechte ich im T1-Teil dieser Seiten ergaenzend Erleutern. Die T1-Ausbildung hatte wenig mit der "Live" Darstellung und den zu erwartenden elektronischen Gegenmassnahmen gemein. Das lag weniger an den Moeglichkeiten des T1-Trainers sondern an der Art wie er "benutzt" wurde. Klar war, dass man im "System" ein Geraet brauchte und bevorzugte, dass moeglichst konstante, wenn moeglich reproduzierbare Simulationen zu bestimmbaren Zeiten ermoeglichte, um die Bediener am Waffensystem "vergleichend" zu pruefen und zu bewerten. Das konnte man nur mit dem Simulator T1 des WS. Alle folgenden Kommentare sind im Zusammenhang mit dem Waffensystem Nike zu sehen. Die EloKa-Ausbildung mit der HFB hatte, nach anfaenglicher Neugier, einen schweren Stand innerhalb des Nike-Waffensystems. Es gab einfach keine Moeglichkeit einer "Wertschoepfung" fuer die Einheiten und Vorgesetzten, wie ich schon auf der Jam Car Seite erwaehnte. Wie sollte also der Einsatz der HFB auf einem hohen "Ich-hab-Dich-lieb" Standard gehalten werden? Ausserdem wurden die Moeglichkeiten der HFB wegen mangelnder Sachkenntnisse z.T. voellig falsch eingeschaetzt. Ich erinnere mich an viel Muehe die Kenntnisse zu erweitern aber Menschen interessieren sich nun mal vorwiegend fuer Dinge die sie bereits kennen. Die durch Bediener der HFB und des WS beeinflussbaren Groessen bei den HFB-Einsaetzen verzerrten haeufig den "Ausbildungserfolg". Ich meine hier im Besonderen die falsche Einstellung der Sendefrequenz (im Waffensystem) der die HFB nicht folgen durfte oder das Einstellen einer ueberzogenen Stoerbandbreite in der HFB, um Fehler am Boden auszugleichen oder um sicher zu gehen, dass auch "etwas" bei allen Teilnehmern ankommt. |
Hinzu kam noch, dass man waehrend eines HFB-Einsatzes z.T. mehrere Aufgaben (Die HFB) zu erledigen hatte, um verschiedenen Herren (Sensoren) zu dienen und der Verlauf des Flugweges war nicht optimal. Ich habe die HFB-Einsaetze ueber fast eine Dekade in Einheiten des WS-Nike begleiten duerfen und leider auch ueber diesen Zeitraum sich immer wiederholende Fehler sowie eine gewisse Unwilligkeit, nicht nur bei den Bedienern, festgestellt. Schliesslich gab es noch andere Ueberpruefungen in einer Kampfbatterie wo man "glaenzen" konnte und zwar mit Bewertung, Lob bis hin zu einer Freistellung vom Dienst (FvD). Alle die in einer FlaRak-Einheit gedient haben wissen wovon ich rede. Sicher ist jedoch auch, dass die Darstellung von elektronischen Gegenmassnahmen durch die HFB einen Bediener nicht vom Hocker reissen konnte . Es war zum Teil recht langweilig, besonders waehrend der Jahre in denen es keinen Funkkontakt zur HFB gab. Die Stoermassnahmen mussten auch einen gewissen Unterhaltungswert haben, um die Bediener bei der Stange zu halten. Das hatte natuerlich wenig mit der realen Eloka-Welt zu tun. Falsch war auch die Meinung, dass die HFB nicht effektiv genug stoeren konnte. Die Forderung nach einer hoeheren Stoerleistung war unnoetig, denn die Stoerleistung entsprach durchaus der Leistung eingefuehrter luftgestuetzter "Stoerplattformen" (EF 111) wie sie z.B. als Begleitschutz in NATO-Staaten genutzt wurden. Selbst eine Verdoppelung der Stoerleistung haette der Bediener des Zielverfolgungsradars (TTR=Target Tracking Radar) kaum bemerkt. Am Signalstaerkemeter der Bedienerkonsole haette die Verdoppelung gerade einmal eine gute Zeigerbreite ausgemacht. Zum Studium empfehle ich hier die Ausgaben des "International Countermeasures Handbook" (ICMH) Edition 1-16. Einen bleibenden Eindruck haben bei mir Bediener hinterlassen, die zu zweit eine HFB-Uebung bewaeltigten. Man hat es auch geschafft! Die "Hardcore Nikes" wissen wovon ich hier schreibe! Jedenfalls habe ich waehrend meiner Arbeit bei der 4.LwDiv auch einen "aufgeregten" Offizier erleben duerfen, der den Flugweg der HFB auf einem Plotting Board Ausdruck nicht verstehen konnte. Der Flugweg entsprach bei weitem nicht den vorgegebenen Flugdaten. Ich habe dem Offizier dann erklaert wie es zu diesem Ausdruck (denke ich) gekommen sei. Ein Bediener hat wahrscheinlich im TOJ-Modus (Track On Jam) mit einer der kraeftigen Seitenkeulen des TTR (Target Tracking Radar) das Jamming Signal der HFB im Modus "AUTO" verfolgt und den Flugweg aufzeichnen lassen. So einfach war das...um die "Uebung" abzuhaken! |
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Erprobung Fuer die HFB-Erprobung hatte ich ein PC-Program fuer meinen "Schneider-PC" vorbereitet, um die vom Computer des WS-Nike gelieferten Daten in "Stoerleistung", d.h. Effective Radiated Power (ERP) umzurechnen. Ausserdem konnte ich damit die Radar Cross Section (RCS) den Radar-Rueckstrahlquerschnitt von Flugzeugen bestimmen, was zum Teil zu ueberraschenden Ergebnissen bei den damals eingefuehrten Flugzeugmustern fuehrte. Sounds einfach...war es aber nicht. Natuerlich hatte die Luftflotte alle moeglichen technischen Daten bereitgestellt...nur ein wichtiger Hinweis, bezueglich der Stoer-Antenne der HFB, fehlte. Aufgrund der Stoerleistung und des Antennegewinns der HFB erwartete ich eine effektiv abgestrahlte Stoerleistung von etwa 4000W/Mhz. Aufgrund der Computer-Ausdrucke mit den Daten vom WS Rechner erreichte die HFB (M) eine effektiv abgestrahlte Leistung (ERP = Effective Radiated Power) einen Wert von etwa 2000 Watt wie ich mich erinnere, blieb also etwa 3 dB unter den Erwartungen. In Spitzen lag der Wert etwas ueber 2000 Watt. Ich war, dass muss ich zugeben, damals ein wenig enttaeuscht ueber das Ergebnis. Ich hatte mit einem ERP von ca. 4000 Watt gerechnet. Wegen der verzerrten Modulationsarten haette mir eigentlich damals ein Licht aufgehen muessen. Ging aber nicht. Natuerlich wurmte mich das Ergebnis und ich schrieb die geringe Leistung der Flugdynamik und versteckten Verlusten zu. Wo waren die restlichen 2000 Watt wohl geblieben die ich vorausgesagt hatte? Gut, es waren nur -3 dB, aber immerhin. Mich hat die Sache ueber ein Jahr gewurmt... |
Aufklaerung des Problems Etwa ein Jahr nach der Erprobung nahm ich an einem EloKa-Seminar oder einer Besprechung in Bayern teil. Waehrend einer Seminarpause zeigte man uns die "Heiligen Hallen" der HFB, da wo man normalerweise nicht hinein kam und wo geschraubt wurde. Ein Blick auf die vom RADOM befreite Stoerantenne machte mich fast sprachlos. Da lag die Loesung. Meine Frage ob diese Antennenanordnung Standard waere wurde bejaht. Meine Berechnungen und Voraussagen bezueglich der Stoerleistung bei der Erprobung stimmten also sehr genau und ich wusste sofort wo die Ursache fuer die Verzerrungen der Modulationsarten lag. Es war ein wohltuendes Gefuehl nach vielen Monaten die Restzweifel ausgeraeumt zu sehen. |
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Erlaeuterung Ein Versatz von 45° zur Strahlungsebene der Waffensystem-Sensoren, bedeutete gleichzeitig einen Verlust von 3dB Stoerleistung, also der Haelfte! Nun wusste ich auch wo der fehlende "Rest" der Stoerstrahlung, die ich seinerzeit vermisste, geblieben war. Als Erlaeuterung darf ich noch hinzufuegen, dass die Antenne in der HFB genau richtig angebracht war, denn somit konnten Sensoren mit unterschiedlicher Polarisation bedient werden. Eine Aenderung der Antennenmechanik waehrend des Fluges war ja denkbar schwierig. ;-) Die schlechteste EloGM ist eine unwirksame EloGM. Ein wesentlicher Faktor ist die falsche Polarisation der Stoerstrahlung im Verhaeltnis zum Sensor. Bei einem Versatz von 90° kommt es zu einem Verlust der nach unendlich tendiert. Elektronische Gegenmaßnahmen mit Dauerstrichstoerungen (CW = Continuous Wave), Sinuswellen, Rechteckwellen, Impulsstoerungen, Gate-Stealer, Repeater usw. laufen immer Gefahr unwirksam zu werden sobald sich die Frequenz der Stoersignale ausserhalb der Empfaengerbandbreite des Sensors befindet, da man sie nicht breitbandig abstrahlen konnte. Waren mehrere Sensoren auf den Stoerer gerichtet sank die Effektivitaet praktisch gegen Null, denn so hochintelligente EloUM (Elektronische Unterstuetzungsmassnahmen) gab es damals nicht. Die Sensoren des WS-Nike waren in der Lage ihre Sendefrequenz mit mehreren 10-Megahertz pro Sekunde zu veraendern oder sogar zu springen. |
Zugegeben, die oben genannten elektronischen Stoerungen (Modulationen) hatten einen hohen Unterhaltungswert aber mehr auch nicht. Auch die "Begleitung" der HFB-Uebungen durch Pruefpersonal sowie eine Sprechfunkverbindung steigerten das Interesse der Einheiten leider auf Dauer nicht. Jedenfalls zeigten die Uebungen die ich (Das ORE-Team.) begleiten durfte (n), dass die Stoerleistung der HFB bei weitem Ausreichte und eigentlich fuer die Sensoren desv WS NIKE zu hoch war. Bei richtiger Einstellung fuehrte die Aufnahme der Stoerleistung regelmaessig zum einschalten der Vordaempfer, d.h. es kam zu einer Daempfung der aufgenommenen Stoerleistung von etwa ~20dB. Weitere Informationen zu diesem Thema, und was so Sache war waehrend des "Kalten Krieges" findet man besonders in den Editionen des "International Countermeasures Handbook". Rolf D.G. |